Ein Engel wird geboren.

Letzte Woche war es soweit: das Großprojekt Seraph hat ein Ende gefunden und der Engel ist aus meiner Werkstatt ausgeflogen. Am letzten Donnerstag wurde dieser Preis im Rahmen der Leipziger Buchmesse von der Phantastischen Akademie in zwei Kategorien überreicht. Begonnen hat seine Entstehung vor über drei Monaten mit einer Zeichnung und einem großen Block Modellierton. Die Aufgabe hieß, dieses Logo in 3D zu erschaffen:

Grundkörper und Flügel wollte ich getrennt erstellen, damit ich später einzelne Formen gießen konnte. Ich begann mit dem Körper, den ich zunächst aus dem Modelierton (NSP soft) heraus schnitt. Dann wurde der noch recht steife Körper in Bewegung gebracht, indem die Beine und der Rücken eine Biegung erhielten und der Kopf ein bisschen nach vorne kam. Nachdem die gewünschte Form erreicht war, habe ich einen vorläufigen Abdruck mit einem mehrschichtig aufgetragenen Silikon gemacht und die Form danach mit Polyurethangießharz ausgegossen.

Als nächstes wurden die Flügel einzeln modelliert und alle am Seraph angebracht. Letztlich wollte ich die Flügel mit einem Stecksystem am Körper befestigen, also habe ich die Clay-Flügel mit einem „Stecker“ versehen, mit Alginat eine Form abgenommen und von jedem Flügel einen Vorguss aus Polyurethan gemacht. Diese waren stabiler als die Tonversionen und ich konnte sie nicht nur schleifen, sondern auch den Stecker anpassen und in den Grundkörper eine passende Aussparung fräsen.

Auf diese Weise entstand ein Grundkörper mit sechs Aussparungen. Er wurde noch am Kopf und an den Beinen angepasst und weitgehend glatt geschliffen, bevor ich eine zweiteilige Silikonform von ihm erstellte. Ebenso wurde mit allen Flügeln verfahren. Dann wurden zwei Sets von beidem ausgegossen. Diese wurden ein weiteres Mal geschliffen und die Flügel in den Körper eingesetzt und verklebt. Die Übergänge wurden mit lufttrocknendem Modellierton überdeckt und nach dem Trocknen ein weiteres Mal abgeschliffen. Parallel dazu habe ich den Sockel modelliert und auch hier eine Silikonform abgegossen, die danach mit Polyurethanharz ausgegossen wurde. Die zusammen-gesetzte Figur wurde in den Sockel eingepasst und auch hier verklebt.

Schlußendlich wurde alles lackiert und vor der Verleihung wurden noch die gravierten Platten angebracht. Die Arbeit war anstrengend und es gab viele Rückschläge, aber das Ergebnis macht mich stolz und die Preisträger hoffentlich glücklich.

Danke an die Phantastische Akademie für diesen schönen Auftrag.

Online at last

Endlich ist es soweit. Spiegelkinder geht online. In diesem Blog könnt ihr meine Arbeiten, meine Experimente und auch die Fehlschläge verfolgen, die in einer Maskenbildner-Werkstatt so passieren. Los gehen wird es mit einem Making of des „Seraph“, einer Preisstatue, die die Phantastische Akademie heute Abend auf der Leipziger Buchmesse überreicht. Die Figur hat mich die letzten Wochen auf Trab gehalten, aber das Ergebnis zeigt, dass es sich gelohnt hat. Wie der Engel entstand, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen und sehen.